Smarter Wohnen – WeMo ermöglicht intelligente Haushaltssteuerung per Smart Phone

Es gibt sie noch sehen – auf YouTube. Werbespots aus den 80er Jahren, mit denen für eine ganz besondere Technik geworben wurde, die den Alltag im Haushalt leichter machen sollte: genannt „Clapper“. Der Clapper ermöglichte es, diverse technische Geräte mit Klatschen an- und auszuschalten. Auch wenn das Produkt in einigen Filmen und Serien zum Tragen kam und bei Amazon noch zu haben ist, hört man es in Deutschland kaum aus Häusern und Wohnungen klatschen. Das mag zum einen an der nervigen Geräuschkulisse liegen, die entstehen kann, wenn sich ein Clapper in jedem Zimmer befindet. Doch zum anderen ist die Technik zur Steuerung des Haushalts heutzutage viel weiter, vielseitiger und vor allem geräuschärmer.
Ein gutes Beispiel für eine interaktive Steuerung von Haushaltgeräten und Wohnequipment liefert die Firma Belkin mit der Produktreihe WeMo. Das WeMo-System besteht zurzeit aus zwei Produkten: den WeMo Switch und den WeMo Motion Sensor. Das Prinzip ist einfach.
Der WeMo Switch wird in die Steckdose gesteckt und das zu steuernde Gerät mit dem Switch verbunden. Das Neuartige daran ist, dass die Geräte mittels einer Smartphone-App gesteuert werden. Der Nutzer hat somit die Möglichkeit, die verbundenen Geräte von unterwegs zu bedienen. Natürlich kann ebenfalls eine Zeitsteuerung genutzt werden. Darüber hinaus können die Geräte auf festgelegte Ereignisse reagieren. Das umfasst sowohl Wetterveränderungen als auch Check-ins via Foursquare. Möglich ist das durch den Onlinedienst IFTTT (If This Then That). Der WeMo Motion Sensor ist ebenfalls mit dem WeMo Switch verbunden und kann Geräte an- und ausschalten, wenn ein Raum betreten oder verlassen wird. Sollte der Nutzer eine größere Kontrolle wünschen, kann zusätzlich eine E-Mail versendet werden, wenn jemand das Haus betritt und der Bewegungsmelder reagiert.


Das WeMo-System stellt eine einfache und bezahlbare Möglichkeit dar, aus einem Haus oder einer Wohnung eine kleines „Smart Home“ zu machen. WeMo ist bisher nur auf dem amerikanischen Markt erhältlich, soll aber ab Oktober auch nach Deutschland kommen.
Die Etablierung von „Smart Homes“ oder „Smart Houses“ ist zurzeit noch sehr eingeschränkt, weil damit zu hohe Kosten und ein großer Aufwand verbunden sind. Eine bessere Massentauglichkeit verspricht beispielsweise die HomeMaestro-Software von dem Microsoft Partner MIT Media Lab. Die Software zeichnet die Aktionen der Nutzer auf und ahmt diese dann automatisch nach. Laut Golem.de umfassen weitere Microsoft-Forschungsprojekte Kameraüberwachung, Personenerkennung und Gestensteuerung von Geräten.
„Smart Living“ ist kein Novum. Bereits vor 20 Jahren wurden vollautomatisierte Häuser vorgestellt. Doch der Durchbruch kam bisher nicht. Dennoch rechnet man laut heute.de bis 2020 mit einem Umsatz von 120 Milliarden Euro. Dabei setzt man insbesondere auf eine attraktive Energiesteuerung, den Markt mit Elektroautos und auf Internetdiagnose-Möglichkeiten und Kommunikationslösungen für ältere Menschen. Letzteres wird unter dem Namen „E-Health“ zusammengefasst und als Einsparmöglichkeit im Gesundheitswesen bezeichnet.
Die Attraktivität einer intelligenten Haushaltssteuerung könnte zusätzlich steigen, da der Verbraucher sich an Technik dieser Form gewöhnt hat und im Zuge einer Flexibilisierung der Arbeitswelt als notwendig empfindet. Denn wenn fast alles von überall erreichbar sein kann, warum dann nicht das Eigenheim.
Fotos © Belkin
