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Umweltfreundlich, gesundheitsfördernd, Kippeln erlaubt! Der Tip Ton-Stuhl hat das Zeug zum Alltags-Klassiker

Zwei ganze Jahre – so viel Lebenszeit bekommt man statistisch geschenkt, wenn man durchschnittlich weniger als drei Stunden täglich sitzt. Das heißt natürlich nicht, dass Menschen, die viel Zeit sitzend verbringen, zwangsläufig früher sterben. Doch scheint es ein anhaltendes Bedürfnis nach ergonomischeren und gesünderen Sitz-Designs im Alltag zu geben, auf das nun im Hause Vitra mit dem sowohl umwelt- als auch rückenfreundlichen „TipTon“-Stuhl reagiert wurde.

Weniger als drei Stunden täglich sitzen – für viele ist diese rückenschonende Maßnahme schier unmöglich, da berufsbedingt deutlich mehr Zeit im Sitzen verbracht werden muss. Das staucht die Wirbelsäule und kann sie dauerhaft schädigen. Deswegen müssen Stühle her, die unsere Rücken zumindest etwas mehr schonen.

Dies ist eines der Ziele, die der Tip Ton-Stuhl des renommierten Herstellers Vitra verfolgt: Er nutzt die menschliche Neigung zum „Kippeln“, die viele nur schwer ablegen können, zu unserem Vorteil aus. Kippeln gilt in der Regel als sehr schädlich für den Rücken, kann mit herkömmlichen Stühlen sogar gefährlich sein, falls man umfällt. Mit dem Tip Ton-Stuhl ist diese Angewohnheit allerdings erwünscht. Durch die Form des Stuhles ist der Sitzende nur in der Lage, waagerecht oder leicht nach vorne geneigt zu sitzen. Auf diese Weise bleibt der Rücken in einer geraden und aufrechten Position und kann stärker durchblutet werden. Auch die Muskeln in Rücken und Bauch werden so stärker beansprucht, was sich insgesamt positiv auf den Sauerstoffkreislauf des Körpers auswirkt. Die Form der Stuhlbeine ist kufenartig konzipiert, so dass man beim Kippeln nicht fallen kann und sogar zu einer Kippelbewegung angeregt wird.

Der Tip Ton-Stuhl hat anderen Stühlen noch einige andere Sachen voraus. Er ist zu 100 Prozent recyclebar und auch die Herstellung verläuft unmechanisch und umweltfreundlich – er wird in einem Stück aus Polypropylen gegossen. Dem Hersteller zufolge ist der Stuhl kaum kaputt zu kriegen. Durch seine Form und das Material ist er enorm widerstandsfähig. Selbst wenn man ihn von einem Haus herunter wirft, kann dies dem Stuhl nichts anhaben. Dennoch wirkt der Stuhl elegant und grazil; die Masse des Stuhles ist bis auf ein Minimum reduziert worden. Damit bleibt er klein, handlich und alltagstauglich.

Ursprünglich wurde der Stuhl von zwei jungen Architekten, Edward Barber und Jay Osgerby, entworfen, die den Auftrag erhalten hatten, für die Schule der Kleinstadt Tipton in England neue Stühle vorzuschlagen. Als nichts Passendes zu finden war, wurde in Kooperation mit der Firma Vitra kurzerhand selber etwas erschaffen. Der für den privaten und beruflichen Alltag entwickelte Stuhl wirkt Entwicklungen wie Umweltverschmutzung und auch Gesundheitsproblemen entgegen. Mit einem Kaufpreis von 160 Euro ist er vielleicht ein wenig teurer als andere Sitzgelegenheiten, im Verhältnis zu anderen Stühlen mit vergleichbarem Rückenkomfort ist er mit dem Preis allerdings im unteren Segment angesiedelt.

SPACER

Bilder Tip Ton, (Design: Edward Barber & Jay Osgerby), Foto Marc Eggimann © Vitra


    Category
    Innovationen
    Author
    Marie Abel
    Date
    14.08.2012