#MINDSET2030

Wiebke Eberhardt
New Business und Marketing Strategist
02.09.2021 | Lesezeit: 3 Minuten

CHANGING CULTURES MAGAZIN > MINDSET2030 > arts | BUSINESS | science: Lars Buck

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5 Fragen an Lars Buck zur nachhaltigen Zukunft an den Gründer von SEA ME Lars Buck. Im Interview erklärt er, wie die Kreislaufwirtschaft uns zu einem regenerativen System verhilft.

 

 

SEA ME wurde 2019 von Lars Buck gegründet und ist der erste An-bieter von naturnaher Kosmetik, Desinfektionsmittel und Deter-genzien in Mehrwegpfandflaschen aus Glas.

Von Anfang an war es das Ziel, sich nicht für die in der Kosmetikbranche üblichen Plastikverpackungen zu entscheiden, sondern Pflegeprodukte in wiederverwendbare, eigene Mehr-wegpfandflaschen aus Glas abzu-füllen. Lars Buck hat es sich zur Aufgabe gemacht, nachhaltige Pro-dukte zu entwickeln, die „seamless“ in die Alltagsprozesse passen – unter Berücksichtigung einer konsequen-ten Ressourcenschonung sowie Plastik- und CO2-Reduktion.

STURM und DRANG: Lars, du bist getrieben von einer Vision – erzähl uns ein bisschen mehr!

Lars: Meine Vision ist das langfristige Umdenken bei den Menschen in Bezug auf Nachhaltigkeit. Wir – meine Frau, Tochter und ich – möchten eine Bewegung starten: Nachhaltigkeit soll zur Selbstverständlichkeit werden und nicht nur ein Trend sein. Wir wollen unser Umfeld sensibilisieren und ein Bewusstsein für das eigene Handeln schaffen – ohne Zwang. Dafür haben wir SEA ME gegründet. Mit einem einzigartigen Mehrwegpfandsystem bieten wir Kosmetik, Desinfektionsmittel und Detergenzien in hochwertigen Glasflaschen an. Dabei ist uns vor allem der Stil wichtig – wir möchten eine neue Haltung kreieren, die Spaß macht und Gutes schafft. „Start the packaging revolution!“ ist dabei unser Motto, das hoffentlich Spuren hinterlassen und etwas Gutes geschaffen haben wird.

 

SuD: Wie funktioniert der geschlossene Kreislauf mit eurem Mehrwegsystem?

Lars: Ich denke Ressourcenschonung und die Vermeidung von Plastikmüll sind in unserer jetzigen Situation unumgänglich. Der CO2-Fußabdruck ist bereits als Messparameter definiert. Das Mehrwegflaschensystem gilt als das nachhaltigste und umweltschonendste Prinzip für Ressourcenschonung, daher haben wir uns nicht unbedingt für den einfachsten – aber für den nachhaltigsten Weg entschieden. Besonders freut mich, dass wir als erstes Non-Food Produkt überhaupt das Siegel „Mehrweg für die Umwelt“ vom Arbeitskreis Mehrweg bekommen haben. Unsere Flaschen werden in einer deutschen Glashütte extra für SEA ME produziert, nach Gebrauch gereinigt, mehrfach wiederbefüllt und am Ende des Lebenszyklus eingeschmolzen und wiederverwendet. Dadurch werden Rohstoffverbrauch und die CO2-Emissionen reduziert.

SuD: Was war die größte Hürde im Entwicklungsprozess zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft?

Lars: Die größte Hürde ist es, Ressourcen und Rohstoffe in eine komplette Wertschöpfungskette zu integrieren und den Systemgedanken der Kreislaufwirtschaft zu realisieren. In unserem Ansatz bringen wir Glasproduzenten, Waschstraße, Pfand-automatenbetreiber, Handel und Endkunden zusammen, um an der gleichen Zielsetzung zu arbeiten: Einwegverpackungen zu ersetzen und Rohstoffe immer wieder zu benutzen. Das klingt toll, und im Prinzip wollen das auch alle. Aber die Kollaboration der Akteure dann wirklich soweit zu treiben, dass sie ihr eigenes, gewohntes Handlungsbild anpassen, war und ist die Herausforderung nicht nur von SEA ME sondern tatsächlich unserer Zeit. Anfangs waren die Handelspartner zögerlich bezüglich der ungewohnten Logistik. Wir aber konnten zeigen, dass der Mehrwegkreislauf durch uns reibungslos klappt. Das wird die Türen auch für andere Produkte öffnen.

 

SuD: Was können Sie anderen jungen Unternehmen auf den Weg zu einer regenerativen Zukunft mitgeben?

Lars: In Zukunft werden nur die Unternehmen erfolgreich sein, die beginnen Rohstoffe in Kreisläufen zu denken. Unsere Ressourcen sind endlich – nicht unendlich wie zu Beginn unserer heutigen Gesellschaftsform angenommen. Und damit meinen wir jegliche Form von Energieeinsatz – von der Verpackung, über Nahrungsformen, bis hin zur Mobilität.

 

SuD: Was wird im Jahr 2030 besser sein als heute?

Lars: In 2030 werden wir gesellschaftlich riesige Schritte in die oben beschriebene Richtung gemacht haben. Wir werden Energie und Ressourcen deutlich effizienter einsetzen und große Schritte weg vom linearen Einweg-Wegwerfsystem hin zur Kreislaufwirtschaft unternommen haben. Wir befinden uns derzeit in einem großen Umbruch, bei dem jeder einzelne in die Verantwortung genommen und das Bewusstsein der Akteure wächst.

Der Markenname SEA ME lenkt bereits das Bewusstsein auf das Meer und unsere Ressourcen und appelliert mit ME an die Eigenverantwortung der Konsumenten. Jeder kann etwas dazu beitragen. Es geht UM MICH, es ist aber auch FÜR MICH.

Header: © SEA ME | Image 2: Kreislaufwirtschaft SEA ME